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Dienstag, 23. Januar 2018

Regeln für Fress-Schach (Räuberschach)

Wir spielen das Fress-Schach bei unserem Faschingsturnier am 9. Feb. 2018 nach folgenden Regeln:
Quelle: Pixabay
  • Es herrscht Schlagzwang. Wenn der Spieler, der am Zug ist, einen Stein des Gegners schlagen kann, so muss er das auch tun. Bei mehreren Schlagmöglichkeiten kann eine beliebige gewählt werden.
  • Der König ist eine gewöhnliche Figur, das heißt, er kann wie alle anderen geschlagen werden.
  • Ein Bauer muss, wenn er die gegnerische Grundreihe erreicht, umgewandelt werden, es kann auch ein König sein.
  • Die Rochade entfällt.
  • Es gewinnt der Spieler, dessen Steine alle geschlagen wurden.
  • Für den Fall, dass ein Spieler noch Steine hat, aber nicht mehr ziehen kann, gilt folgendes:Der Spieler, der weniger Steine auf dem Feld hat, gewinnt. Bei Gleichstand ist die Partie remis. 
  • Remis gibt es außerdem durch Übereinkunft, durch dreimalige Stellungswiederholung oder durch die 50-Züge-Regel. Theoretisch remis ist beispielsweise ein Endspiel, bei dem jeder Spieler noch genau einen Läufer hat und die beiden Läufer auf Feldern unterschiedlicher Farbe stehen.

Freitag, 5. Januar 2018

Regelkunde - nicht nur für Schiedsrichter

Quelle: pixabay.com
Am 14. Jänner 2018 findet in Salzburg ein Schach-Schiedsrichterkurs statt. Die Teilnahme ist für alle an Regelkunde Interessierten offen. Eine spätere Prüfung zum regionalen Schiedsrichter muss nicht absolviert werden.

Ort: Hotel "Servus Europa!" in Wals, Salzburg
Zeit: Sonntag, 14.1.2018, 9-17 Uhr
Kosten: € 10,-
Anmeldung bis 12.1.2018

Ich persönlich nehme "zur Auffrischung" teil und könnte auch noch weitere interessierte Uttendorfer/Pinzgauer mitnehmen. Bitte bei mir melden!


Samstag, 27. Februar 2016

Regeln bei schnellen Partien (1)

Quelle: Pixabay
Als "Schnellschach" wird eine Partie bezeichnet, die im Maximalfall länger als 10 Minuten und kürzer als 60 Minuten dauert.
Bis 10 Minuten ist "Blitzschach".
Bei Partien, die mit Zeitzugabe gespielt werden, ist die maximal erreichbare Gesamtzeit nach 60 Zügen ausschlaggebend, ob es sich um Schnell- oder Blitzschach handelt. Zum Beispiel ergeben 3 Minuten Grundzeit plus 2 Sekunden pro Zug bei 60 Zügen genau 10 Minuten, das wäre also noch Blitzschach. Bei 3 Sekunden Zugabe pro Zug wäre es bereits Schnellschach.

Generell gilt: Ein Zug ist "ausgeführt", wenn die Figur auf dem neuen Feld abgestellt und ausgelassen wurde, nachdem u. U. dabei auch eine gegnerische Figur entfernt wurde. Der Zug ist allerdings erst "abgeschlossen", wenn nach der Ausführung die Uhr gedrückt wurde.
Diese Unterscheidung ist im Schnell- und Blitzschach sehr wichtig: Ist nämlich ein regelwidriger Zug abgeschlossen, kann der Gegner vor Ausführung seines nächsten Zuges einen "unmöglichen Zug" reklamieren, wodurch die Partie sofort verloren ist. Hat ein Schiedsrichter einen unmöglichen Zug beobachtet, muss er sofort die Partie beenden und den Spieler, der den unmöglichen Zug ausgeführt hat, zum Verlierer erklären.
Ist der unmögliche Zug aber noch nicht abgeschlossen (die Uhr also noch nicht gedrückt), kann der betroffene Spieler diesen zurücknehmen und einen regelgerechten Zug ausführen, wobei jedoch die Auflage "berührt - geführt" beachtet werden muss. Ist mit der berührten Figur kein regelgerechter Zug möglich, darf mit einem anderen Stein gezogen werden.
Sollte jedoch der Gegner eine Stellung, die nach einem unmöglichen Zug entstanden ist, nicht durch eine Folge regelgemäßer Züge zum Matt führen können, ist die Partie unentschieden.

PS (verspäteter Nachsatz): Wurde der unmögliche Zug nicht reklamiert, wird mit der entstandenen Stellung weitergespielt.

Freitag, 6. Februar 2015

Kleine Regelkunde für Schnellschach

Quelle: Pixabay.com (geralt)
Morgen startet die Pinzgauer Schnellschach-Meisterschaft. Aus diesem Grund, als Auffrischung, eine kleine Regelkunde für Blitz- und Schnellschach:

1) Zu Blitzschach zählen Bewerbe, die max. 10 Min. pro Spieler dauern dürfen (inkl. Zeitgutschrift pro Zug, berechnet auf eine 60-Züge-Partie). Bei mehr als 10 Minuten bis weniger als 60 Minuten Bedenkzeit pro Spieler spricht man von Schnellschach.

2) Ein Zug ist ausgeführt, wenn der Spieler seine Figur, die er zieht, ausgelassen hat.
Ein Zug ist abgeschlossen, wenn nach der Ausführung des Zuges die Uhr gedrückt wurde.

3) Die Zurücknahme eines regelwidrigen Zuges, wenn die Uhr noch nicht gedrückt wurde, ist erlaubt und ein neuer Zug unter der Regel „berührt – geführt“ kann vorgenommen werden! Kann mit der berührten Figur kein regelgerechter Zug ausgeführt werden, darf eine andere Figur gezogen werden.

4) Ein abgeschlossener regelwidriger Zug (wenn die Uhr bereits gedrückt wurde) verliert die Partie bei sofortiger Reklamation durch den Schiedsrichter (!) oder Gegner. Letzterer darf seinen Zug noch nicht ausgeführt haben.

5) Umwandlung des Bauern: Ein Bauer auf dem Umwandlungsfeld muss in eine Figur umgewandelt werden, ansonsten der Zug (nach dem Drücken der Uhr) nicht regelgemäß ist und verliert.
Ein für die Umwandlung verkehrt aufgestellter Turm bleibt ein Turm – ist keine Dame. Ist keine geeignete Figur für die Umwandlung vorhanden, die Uhr abstellen und den Schiedsrichter rufen, der die gewünschte Figur besorgt.

6) Die Hand, die zieht, drückt auch die Uhr.

7) Die Rochade ist einhändig auszuführen, beginnend mit dem Doppelschritt des Königs!

8) Wenn jemand kurzzeitig das Brett verlässt (z. B. für einen Toilettengang o.ä.), dürfen die Uhren nicht abgestellt werden.

Sonntag, 7. Dezember 2014

Schiedsrichterentscheid

Unklarheiten aufgrund des Posts "Regelkundige vor" seien mit nachstehendem Statement ausgeräumt, womit auch die Diskussion abgeschlossen werden kann:
SLV-Präsident IS Gerhard Herndl hat bei einer telefonischen Auskunft so entschieden, wie ich es auch erwartet hatte: Das Remisangebot von Nedeljko war nicht regelgemäß, aber gültig. Mit der Ausführung seines nächsten Zuges hat Wolfgang dieses Angebot abgelehnt.

Montag, 1. Dezember 2014

Regelkundige vor!

Schluss-Stellung
Lazarevic - Schweiger
(Schwarz am Zug)
Laut FIDE-Regel funktioniert das richtige Anbieten einer Punkteteilung so: Man führt seinen Zug auf dem Brett aus, bietet dem Gegner das Remis an und drückt abschließend die Uhr. Der Gegner hat dann Zeit zum Überlegen, ob er das Angebot annimmt oder ablehnt.

Eine gar nicht so selten gepflogene Unsitte ist es, den Gegner während dessen Zeit bei seiner geistigen Rechenarbeit zu stören und ihm, mit mehr oder weniger Verspätung, ein Remis anzubieten.

So passierte es am Samstag unserem Rauriser Freund Wolfgang. Daraufhin berief sich Wolfgang auf folgende Regelauslegung, die er auch leicht emotionsgeladen gegenüber seinem Spielpartner, dem Gollinger Mannschaftsführer Nedeljko Lazarevic, durchzusetzen versuchte:
REMIS! Quelle: Pixabay.com
"Du hast mir in meiner Nachdenkphase Remis geboten, während ich am Zug war, hast mich gestört. Ich mache nun meinen Zug und dann gilt dein verspätetes Remisangebot immer noch, zu dem du mir noch den dazupassenden Zug zeigen musst. Dann entscheide ich, ob ich dein Angebot annehme oder nicht."

Ich persönlich glaube nicht, dass Wolfgangs Regelauslegung passt. Zum Glück einigten sich die beiden Spielpartner dann an Ort und Stelle auf ein Remis.
Wie würde ein guter Schiedsrichter hier handeln?

Dienstag, 7. Oktober 2014

Sieg durch Klappe

Wenn man auf Schachgegner warten muss, die nicht oder verspätet kommen, wie zuletzt bei der Mannschaftsmeisterschaft passiert, hat man Zeit miteinander zu plaudern. Dabei erzählte unlängst Mike folgende nette Geschichte, die ihm ein ehemals schachlich aktiver Elektrohändler berichtet hatte:

Vor etwa 35 Jahren, als unsere Sektion noch, Turnierschach betreffend, in den Kinderschuhen steckte, war das Spiel mit der Schachuhr einigen Klubmitgliedern noch ungewohnt, so auch dem letzten damals aktiven Senior namens WT.
In einem Klubbewerb spielte der noch jugendliche Elektrohändler gegen den Senior. Ersterer verließ das Brett mehrmals, um im Vorraum eine Zigarette zu rauchen. Ihm fiel auf, dass WT immer erst dann die Uhr drückte, wenn er wieder ans Brett kam, nie vorher.
Gefinkelt ließ es unser Elektrohändler nun auf einen Versuch ankommen: Er blieb eine Ewigkeit im Vorraum stehen, verbrachte dort die Zeit mit Rauchen und Geplauder. Als er dann wieder ans Brett ging, kam es wie erwartet: WT drückte die Uhr, deren Klappe aber schon gefallen war.
Der Elektrohändler reklamierte nun wegen Zeitüberschreitung den Sieg für sich. Unser Senior WT maulte: "Ja, wenn du immer so lange wegbleibst! Ich darf ja die Uhr erst drücken, wenn du da bist...."

Wer unserem Senior diese Regel beigebracht hat, ist unbekannt. Man sieht allerdings: Regelkunde ist wichtig!