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Montag, 16. Januar 2023

Neue (und alte) Schachwitze und -anekdoten zum Fasching

Im Russischen Arbeitslager (Gulag) verfolgten die Häftlinge abends immer aufgeregt im Radio die Partien beim WM-Kampf Fischer (USA) gegen Spasski (UdSSR). Leider, bei unentschiedenem Zwischenstand, entdeckten die Aufseher das Radio und konfiszierten es. Die Häftlinge erfuhren keine weiteren Resultate mehr.
Nach zwei Wochen kam ein neuer Häftling ins Lager. Sie fragten ihn: „Wie steht es bei der Schach-WM?“ Er antwortete: „Ich habe verloren.“

(aus https://hagener-schachverein.de/)

 

Neueste Forschungen haben nun belegt, dass der Neandertaler schon Blindschach spielte.
Was die Belege sind?
Man fand bei Ausgrabungen keine Schachspiele.

(aus https://hagener-schachverein.de/)

 

Freundin 1 weinerlich: "Mein Mann schlägt mich ständig!"
Freundin 2 energisch: "Verlass ihn!"
Freundin 1: "Dann spielt er aber mit einer anderen Schach!"

 

Eine wahre Geschichte:
Werner Lamberger jun. zeigte mir einmal vor einem Mannschaftskampf die abgebildete Diagrammstellung und meinte zu mir: "Lois, schau dir die Stellung gut an!" Nach einer Weile meinte er: "Ich wette mit dir um einen Euro, dass ich den Bauern in eine Dame umwandeln kann."
Eingedenk, dass das eine totale Remisstellung ist, ließ ich mich auf die Wette ein.
Werner zog den Bauern nach a7, ich Kb7, dann Werner a8D mit dem Triumphgeschrei: "Ich habe den Bauern in eine Dame umgewandelt, einen Euro bitte!" 
Laut lachend beglich ich meine Wettschuld.
 
Da meinte Werner: "Jetzt wette ich mit dir um einen weiteren Euro, dass du mit Weiß das nicht zustande bringst." Ahnend, dass dieser Fuchs etwas auf Lager haben wird, ließ ich mich dennoch auf die zweite Wette ein. Also: Ich zog den Bauern nach a7 und Werner meinte trocken: "Ich gebe auf!" Lautes Gelächter ringsum.
Ich war nicht der einzige, von dem Werner kassierte....
 
 
Im Blog stellte ich einmal die Frage, was wohl auf dem Grabstein eines verstorbenen Schachmeisters stehen könnte. Als Kommentar kamen unter anderem folgende "Inschriften":

Matt gesetzt nach 97 Jahren!

Er zieht nie wieder...

Schachmatt!

Verloren durch Zeitüberschreitung !

 

Das Schachbuch für Nichtspieler aus dem Jahr 1880 von Adolf Rögner besteht aus einem Cover und einer Rückseite, innen sind nur 2 Seiten:
Seite 1: Titelseite mit der Aufschrift "Spielregeln für Nichtspieler, 14. verbesserte Auflage "
Seite 2: Hier ist folgender Text zu lesen: "§§ 1 - 101: Halts Maul!"
(aus dem ---> "Tagebuch 5 der Kuriositäten" von Schachimedes)


Als die beiden früheren Großmeister Dawid Janowski und Carl Schlechter wieder einmal gegeneinander eine Turnierpartie austrugen, standen rund um deren Tisch zahlreiche Zuschauer. Da stieß ein Kiebitz hinzu, der sich nach einer Weile flüsternd an den Nebenmann wandte: "Wer ist Schlechter?" Zur Antwort bekam er zurückgehaucht: "Janowski!"

 

Eine Anekdote, über die ich immer wieder lachen muss:

Der polnische Schach-IM Kazimierz Makarczyk, der deutschen Sprache kaum mächtig, spielte 1930 beim Int. Turnier in Hamburg mit. Beim Abendessen im Hotel ging ein Herr an seinem Tisch vorbei, wobei er sich leicht verneigte und höflich "Mahlzeit!" sagte. Daraufhin erhob sich der Schachmeister, verbeugte sich ebenfalls und erwiderte: "Makarczyk!"
Die gleiche Prozedur wiederholte sich an den beiden folgenden Abenden. Das kam dem Polen dann doch etwas seltsam vor. Er erkundigte sich bei Freunden, ob das in Deutschland denn so üblich sei, dass man sich immer wieder vorstelle. Belustigt wurde er aufgeklärt, was das Wort des Fremden bedeutet.
Am vierten Abend saß Makarczyk schon wieder an seinem Tisch, als besagter Herr den Saal betrat. Nun wollte der Pole sein neues Wissen anbringen, stand auf, verbeugte sich und wünschte "Mahlzeit!" Der Fremde stutzte kurz, verneigte sich dann auch und sprach: "Makarczyk!"

(entdeckt im Buch "Damenopfer" von Christian Hesse, C.H.Beck-Verlag und hier frei nacherzählt)

 

Was ist der Unterschied zwischen einer großen Pizza Margherita und einem Schachmeister? 
Die Pizza kann eine vierköpfige Familie satt machen.


Magnus Carlsen spielte im Jahr 2003 gemeinsam mit seinem Vater und seiner ältesten Schwester beim  Schwarzacher Schachopen im Pongau mit. Der 13-jährige, im gleichen Monat wurde er IM, spielte natürlich zumeist auf der Bühne. Magnus selbst verließ immer wieder sein Brett, um den Spielstand bei Schwester und Vater zu sehen. Auch hielt er sich immer wieder bei einem Saalfeldener Jugendlichen auf, der abseits des Brettes immer mit seinem Gameboy spielte.

Als Magnus wieder einmal an sein Brett  zurückwollte, stand rundherum eine dichte Traube von Kiebitzen. Magnus begann, sich durch die Menschenmauer zu drängen. Da sah ihn ein älterer großer Herr von oben her an und wies ihn streng zurecht: "Hör auf zu drängen. Das hier ist nichts für Kinder!"


Zum Abschluss ein makabrer Witz, der mich jedoch auch immer erheitert:

Nachdem ein Schachmeister gestorben war, hörte einer seiner Freunde in der Nacht eine Stimme. Es war die des verstorbenen Schachmeisters: "Hallo, mein Freund, ich habe für dich zwei Nachrichten: eine gute und eine schlechte. Welche willst du zuerst hören?"
"Die gute!"
"Es ist herrlich hier im Himmel. Es gibt die ganze Zeit Schachturniere. Du kannst gegen Schachmeister wie Morphy, Aljechin, Lasker, Tal, Capablanca, Botwinnik usw. spielen."
"Fantastisch", sagte der Freund, "und was ist die schlechte Nachricht?"
"Du hast am Samstag Schwarz gegen Bobby Fischer!”

--> Eine Unmenge von Anekdoten findet man auf der Seite vom Schleswiger Schachverein von 1910 e.V.

Und zum Schluss noch einmal der Link zur letzten Faschingszeitung unseres Klubs aus dem Jahr 2012, bei der man aber Insiderwissen benötigt, um lachen können: https://www.algr.at/algratdb4/schach/usk/fasching/Faschingszeitung%202012%20gesamt.pdf

Sonntag, 9. April 2017

Manfred Neuwirth-Gedenkturnier

Am 5. April 2017 verstarb der Schwarzacher (früher Bischofshofener) Schachfreund Manfred Neuwirth, den sicher die meisten unseres Klubs kennen. 71 Jahre wurde Manfred alt, der nicht nur leidenschaftlich gerne blitzte, sondern auch seine Turnierpartien meist im Blitztempo absolvierte ...


Zu seinem Gedenken veranstaltete der SK Golling gestern ein Blitzturnier, von dem Franz Hager dankenswerterweise einen Kurzbericht sandte:
Ca. 25 teils für Salzburg doch sehr starke Blitz-Spieler aus vielen Vereinen, Jugend und Hobbyspieler von Golling fanden sich abends im Goldenen Ochsen zu einem freundschaftlichen Wettkampf (5 min.) und zum Abschied von Manfred ein. Ich habe Manfred Neuwirth als sehr gewieften, trickreichen, und begeisterten Gambit-Blitzer, der auch fast gegen alle Salzburger Spitzen-Blitzer schon mal in seiner Schach-Karriere gewonnen hatte und als Pfeifenraucher in Erinnerung. Manfred war auch für so manche Schmankerl gut. Er war früher ein immer sehr verlässlicher Spieler bei Bischofshofen, dann Schwarzach. Bei vielen Blitzturnieren dabei. FM Franz Hager siegte beim 7 rundigen Blitzturnier mit 6,5 (aus 7) vor Nurja Hasanovic und Mirsad Cardaklja.Weiters u.a. Hasanovic, Hamcic, CM Johann Mayrhofer, Josef Huber, Josef Klinger sen., Franjo Ljubic, ... Das B-Turnier mit Damen und Jugend wird wohl der SC Golling mitteilen.
Zu Manfred findet man auf der Homepage des Schach-Landesverbandes eine nette Anekdote:
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Schachspieler hochkonzentrierte und ganz besondere Menschen sind, wäre diese wahre Begebenheit dazu bestens geeignet.
Ort der Handlung: 
Ach/Burghausen hat ein Heimspiel gegen Schwarzach.
Nach ca. 2 Stunden verlässt ein Schwarzacher Spieler das Brett, um am Gang ein bisschen an der Pfeife zu schmauchen. Gleich darauf gesellt sich sein Gegner zu ihm und sagt: 
"Mein heutiger Gegner spielt unheimlich schnell und hat trotzdem noch keinen einzigen schwachen Zug gemacht."
Der Schwarzacher blickt auf und fragt: 
" Auf welchem Brett spielst du denn?"
Antwort: "Auf Brett 6."
Darauf der Schwarzacher:
"Ja, dann spielst du ja eh gegen mich."

Montag, 12. Dezember 2016

50 Jahre Freunde

Beim letzten Weihnachtsturnier spendierten Erwin und ich die Getränke der Teilnehmer. Grund: Dank dem Schachklub Uttendorf kennen wir uns nun 50 Jahre lang. Bei meinem ersten Besuch des Schachklubs Uttendorf im Gasthof Robin in Wirtenbach wies man mir Erwin als Spielpartner zu. Er "panierte" mich ungefähr sechsmal. Dann wusste ich, dass ich etwas trainieren muss.
Was Schach anlangt, gingen wir von da an 50 Jahre gemeinsam durch Dick und Dünn, durch erfolgreiche und weniger erfolgreiche Zeiten: als Spieler, Funktionäre, Turnierorganisatoren, Turnierteilnehmer, Urlauber, Bettler, Schülerbetreuer, Schofföre ...
Unsere privaten Treffs mit und ohne Schach sind ungezählt. Wenn ein Turnier beendet ist, alle anderen schon weg sind, sitzen wir immer noch gemütlich beisammen und "ratschen".
Seit zwei Jahren spielen wir jeden Montag im La Vida unser geliebtes Spiel....

Wie sehr sich unsere Lebenswege manchmal gleichen, veranschaulicht auch folgende Geschichte:
Beim gemeinsamen Weihnachtsessen der Familien Müllauer und Grundner im Jahr 2000 berichteten wir einander, dass wir Gallensteine hätten. Erwin meinte ganz launig: "Dann gehen wir gemeinsam operieren!" Einige Monate später bekam ich an einem Sonntag eine Gallenkolik, wurde ins Spital eingeliefert und bald einmal operiert. Am Abend nach der Operation besuchte mich meine Frau. "Weißt du, wer heute auch an der Galle operiert wurde?", fragte sie mich. Auf mein ratloses Gesicht, gab sie die Antwort: "Der Erwin!" Er war dienstlich in der Schweiz unterwegs gewesen, hatte eine Kolik bekommen und war am gleichen Tag wie ich operiert worden.
Auf viele weitere Jahre, Erwin!

Die alten Bilder entstanden Ende der 70er-Jahre, die beiden neueren um 2010:











Freitag, 21. Oktober 2016

Wettkönig Lloyd

Quelle: OpenClipartVectors (Pixabay)
Es gibt Spieler, die bei einer Schachpartie Züge des Gegners nachmachen, bis es irgendwann nicht mehr möglich ist.
Ein Schachspieler soll angeblich einmal mit ---> Samuel Lloyd, einem der berühmtesten Problemkomponisten, gewettet haben, er könne gegen ihn leicht remis spielen, denn er müsse ja nur die Züge von ihm nachmachen. Lloyd nahm lächelnd die Wette an und gewann nach 4 Zügen!
---> zum Spiel!

Montag, 14. März 2016

Schlechter gegen Janowski

Carl Schlechter
(gemeinfreies Bild)
Dawid Janowski
(gemeinfreies Bild)
Die früher sehr bekannten Schachmeister Carl Schlechter und Dawid Janowski hatten beide 1910 einen Weltmeisterschaftskampf gegen den von 1894 bis 1924 amtierenden Schachweltmeister Emanuel Lasker ausgetragen, jeweils ohne den großen Erfolg:

Der Pole Janowski erlitt eine verheerende Niederlage (0,5:9,5), hingegen hielt der Österreicher Schlechter den zehnrundigen Wettkampf remis, was jedoch Lasker zur Titelverteidigung reichte.

Als Janowski und Schlechter wieder einmal gegeneinander eine Turnierpartie austrugen, standen rund um deren Tisch zahlreiche Zuschauer. Da stieß ein Kiebitz hinzu, der sich nach einer Weile flüsternd an den Nebenmann wandte: "Wer ist Schlechter?" Zur Antwort bekam er zurückgehaucht: "Janowski!"

Frühere Posts über Carl Schlechter in diesem Blog:

Samstag, 5. März 2016

Manche lernen es nie

Quelle: steenml (Pixabay)
Eines unserer Klubmitglieder spielte vor vielen Jahren gegen einen altgedienten Pinzgauer "Schachhero", der in vielen Jahrzehnten schon tausende "Schlachten" geschlagen hatte. 

Unser noch sehr jugendlicher Uttendorfer gewann unerwarteterweise die Partie. Der Senior schob mit missmutigem Brummen unwirsch die Figuren zusammen, stand auf und ging, ohne zu gratulieren.

Als Kiebitz war Rene, einer unserer Jüngsten, beim Brett gestanden. Den nicht sehr sportlichen Abgang des Seniors kommentierte er ganz trocken: "Jetzt hat der Alte schon zwei Weltkriege miterlebt und kann noch nicht verlieren!"

Danke an Manfred und Rene für die "Konservierung" dieser Geschichte.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Ein begeisterter Schachspieler

Quelle: Wikipedia
In den Achtzigerjahren gab in Zell am See/Schüttdorf der tschechische Großmeister Salo Flohr eine Simultanpartie. Die Anzahl der Bretter, auf denen gespielt wurde, ist nicht mehr bekannt und auch nicht das Ergebnis des Großmeisters.

Eine Geschichte wird aber heute noch an Schachtischen fallweise erzählt:

Unter den Gegnern von Salo Flohr war auch Fedel Natale, Gott hab ihn selig, ein Taxenbacher Schachspieler. Der Großmeister nahm dem Pinzgauer eine Figur nach der anderen ab. Doch Fedel spielte unbeirrt weiter und gab nicht auf. Als er schließlich auch noch die Dame verlor und noch immer nicht aufgab, äußerte sich Schachmeister Flohr vernehmlich in die Runde: "Der Mann spielt aber gerne Schach!"

Danke an Manfred Theußl, Herbert Bogensberger und Wolfgang Schweiger für die Infos zu dieser Anekdote.

Samstag, 13. Februar 2016

Die große Schraube

Quelle:  --->dollerstorecrafts.com 
Als ich dieses "Schraubenschach" bei --->dollerstorecrafts.com sah, musste ich an frühere Zeiten in unserem Schachklub denken:

Wir waren eine lustige, junge Truppe. An den bestens besuchten Schachabenden beim "Gröfler" ging es nicht nur oft hoch her, wir waren auch sehr aktiv in puncto Turnierveranstaltungen. Dabei gab es immer schöne Preise zu gewinnen, nicht nur für die Erstplatzierten. Auch die Verlierer erhielten manchmal einen "Trostpreis" von geringem Wert.

Einmal beschlossen wir, für den Letzten eine ganz besondere Trophäe zu kreieren. Unser Mitglied Franz K., gelernter Schlosser, schweißte eine riesige, dicke Schraube, sie wird rund 15 cm hoch gewesen sein, auf eine massive Stahlplatte. Das ganze Kunstwerk veredelte er mit Goldbronze. An dieser Stelle möchte ich anführen, dass mir persönlich dieser originelle Preis, ein richtiges Unikat, gut gefallen hat.

Diese "große Schraube" wurde nach dem Turnier dem inzwischen schon verstorbenen Verlierer überreicht, die er scheinbar erfreut entgegennahm. Leider vergaß er beim späten Nachhausegehen, sie mitzunehmen. Eine Woche später wieder: Unser "Vergißmeinnicht" ließ die Schraube neuerlich im Spiellokal zurück.

Das gleiche passierte in Folge noch mehrmals. Trotz Erinnerungen blieb die Trophäe immer wieder im "Gröfler"stehen, bis wir endlich kapierten: Der gute Mann traute sich nicht, das edle Stück nach Hause zu bringen. Er schämte sich, Letzter geworden zu sein.

Irgendwann wurde die Schraube entsorgt und die Verlierer wurden nie mehr extra mit Preisen bedacht.

Dienstag, 9. Februar 2016

Zocken bei jeder Gelegenheit

Quelle: blickpixel (Pixabay)
Ein ehemaliger Brucker Schachspieler, heute spielt er nicht mehr und sein Name sei geheim gehalten, liebte alles, was mit Wetten und Glücksspiel zu tun hatte. Auch dem Schach mit Geldeinsatz war er nicht abgeneigt. 
Eines Tages, es war noch zu Zeiten, als in Österreich der Schilling regierte, trat er mit seinem Team in einem Schnellschach-Mannschaftsturnier in Radstadt an. 
Unser Brucker trat ans Brett, wo schon sein Gegner saß. Er stellte sich, wie es sich gehört (zumindest war das damals noch so), mit seinem Familiennamen vor und streckte seinem Spielpartner die Hand entgegen. Dieser stand auf, nahm die Hand und nannte seinen Familiennamen: "Zwanziger!" Da schlug bei unserem Brucker der Zocker durch. Er strahlte seinen Gegner an und erwiderte zustimmend: "Sofort!" 
Wie die Partie ausging, ist nicht bekannt. Ob es wegen des Missverständnisses Probleme gab, ebenso.
Danke an Manfred Theußl, der sich an diese Begebenheit noch erinnern konnte und sie unlängst bei unserer langen Siegesfeier nach dem Oberndorf-Match zum Besten gab!

Samstag, 30. Januar 2016

Bronstein, eine frühere Schachgröße

David Ionowitsch Bronstein (Foto: Erik Koch)
David Ionowitsch Bronstein (Bild) war 1951 ganz knapp daran, Weltmeister zu werden. Er verlor im WM-Kampf trotz ausgeglichener Stellung das vorletzte Spiel gegen den amtierenden Weltmeister Botwinnik. Letzterer blieb dadurch nach dem 24-Runden-Kampf mit einem 12:12 weiterhin Weltmeister.
Von Bronstein, der als nicht sehr systemgehorsam galt, erzählt man sich unter anderem folgende Anekdote:

Er einigte sich einmal mit Wassili Smyslow nach nur wenigen Zügen auf ein Unentschieden. Ein hoher russischer Funktionär stellte Bronstein zur Rede: Nachdem Bronstein vom sowjetischen Schachverband Zahlungen erhalte, hätte er weiterspielen müssen.
Bronstein erwiderte: "Glauben Sie wirklich, dass ich für nur drei Rubel am Tag Smyslow angreife?"


---> David Ionowitsch Bronstein bei Wikipedia!

Montag, 25. Januar 2016

Wer wagt, gewinnt

Schachfreund Franz Hager hat mir eine Anekdote mit der Überschrift "Schach und Geld" aus der "Schlesischen Zeitung" vom 7. Juni 1909  gesandt, die ich unten überwiegend mit eigenen Worten widergebe.

Dazu eine Vorbemerkung: Der reiche Wiener Baron Albert Salomon Anselm Freiherr von Rothschild war ein "Banker" in Wien. Er war vielseitigst interessiert und engagiert. Unter anderem betätigte er sich auch als Schachmäzen und Präsident der Wiener Schachgesellschaft (später "Wiener Schachklub", der 1938 aufgelöst wurde). Da war Rothschild in seinem Metier, denn er galt als einer der stärksten Schachspieler Wiens.

Baron Rothschild traf sich fast täglich im Wiener Schachklub mit einem etwas spielstärkeren Partner zu einigen Schachpartien, bei denen der Verlierer eine Krone zu zahlen hatte. Obwohl Rothschild als reichster Europäer galt, war er nicht bereit, mit einem höheren Einsatz zu spielen.

Eines Tages fasste sich sein Partner ein Herz und sagte: „Herr Baron, ich muss leider die mir so lieb gewordenen Schachtreffen mit Ihnen aufgeben.“
„Warum?“, fragte Baron Rothschild sehr erstaunt.
„Weil mir die Sache zu wenig rentabel ist. Von den drei Partien, die wir täglich spielen, gewinnen Sie sicher eine. Und da sie die Partie nur zu einer Krone spielen, kann ich im besten Fall nur mit einem täglichen Einkommen von einer Krone rechnen. Meine Zeit ist aber viel teurer. Ich bitte Sie, sich also einen anderen Spielpartner zu suchen.“
Baron Rothschild fand rasch eine Lösung: Er engagierte den ihm so lieb gewordenen Schachspieler kurzerhand für sein Bankhaus und war nun auf diese Weise in die Lage versetzt, tagtäglich mit seinem Untergebenen Schach spielen zu können.

Der Einsatz betrug weiterhin eine Krone...

Mittwoch, 6. Januar 2016

Mahlzeit!

Kazimierz Makarczyk.jpg
Der polnische IM Kazimierz Makarczyk
Quelle: Wikipedia
Eine humorvolle Geschichte, entdeckt im Buch "Damenopfer" von Christian Hesse (C.H.Beck-Verlag) und hier frei nacherzählt:

Der polnische Schach-IM Kazimierz Makarczyk, der deutschen Sprache kaum mächtig, spielte 1930 beim Int. Turnier in Hamburg mit. Beim Abendessen im Hotel ging ein Herr an seinem Tisch vorbei, wobei er sich leicht verneigte und höflich "Mahlzeit!" sagte. Daraufhin erhob sich der Schachmeister, verbeugte sich ebenfalls und erwiderte: "Makarczyk!"
Die gleiche Prozedur wiederholte sich an den beiden folgenden Abenden. Das kam dem Polen dann doch etwas seltsam vor. Er erkundigte sich bei Freunden, ob das in Deutschland denn so üblich sei, dass man sich immer wieder vorstelle. Belustigt wurde er aufgeklärt, was das Wort des Fremden bedeutet.
Am vierten Abend saß Makarczyk schon wieder an seinem Tisch, als besagter Herr den Saal betrat. Nun wollte der Pole sein neues Wissen anbringen, stand auf, verbeugte sich und wünschte "Mahlzeit!" Der Fremde stutzte kurz, verneigte sich dann auch und sprach: "Makarczyk!"

Sonntag, 17. Mai 2015

Kündigungsgrund Erdnussöl

Unlängst gab der Salzburger SLV-Ehrenpräsident Karl Groiss bei seiner 80er-Feier einige launige Anekdoten zum Besten. So war folgendes Erlebnis der Knackpunkt, dass er seinerzeit seinen erlernten Beruf aufgab:

Karl, schon gut zwanzigjährig, arbeitete als kaufmännischer Angestellter beim früheren "Konsum". Das war zu einer Zeit, als es die Selbstbedienungsläden noch nicht gab. Eine Dame kam mit einer großen Flasche und verlangte 5 ml Arachidöl (Erdnussöl). Karl maß die gewünschte Menge ab, leerte sie in die Flasche, wo das Öl wegen der geringen Menge kaum auszumachen war und überreichte der Dame ihre Bestellung. Die Frau fixierte das kleine Rinnsal und beschwerte sich: "Dieses Öl ist ja weiß. Ich will gelbes Arachidöl."

Karl versuchte der Dame klarzumachen, dass Erdnussöl immer weiß ist. Doch die Dame bestand auf gelbem Öl, weil sie wisse, was sie verlange.

Der Filialleiter war auf die beiden aufmerksam geworden, pflanzte sich vor seinem Angestellten auf und befahl: "Herr Groiss, wenn die Dame gelbes Arachidöl will, dann bekommt sie auch gelbes!"

Da füllte Karl einfach eine Minimenge gelbes Olivenöl ab. Die Dame war zufrieden, der Chef meínte "Der Kunde ist König!" und Karl war frustriert, dass man sich wegen einer rechthaberischen Kundschaft so verleugnen muss.

Er kündigte auf der Stelle seinen sicheren Job, bewarb sich kurz darauf bei den ÖBB und begann bald einmal seine Karriere als Fahrdienstleiter, die ihn dienstlich durch halb Österreich brachte.

Freitag, 1. Mai 2015

1. Mai

Tubist Manfred Theußl
von Tuss zur Verfügung gestellt
Eine der Yokozuna-Mannschaftsstützen, die immer da ist, wenn man sie braucht, ist "Tuss". So wird unser Schachfreund Mag. Manfred Theußl, Professor an der HIB Saalfelden, meist gerufen.

Er ist vielfältig interessiert. So kommt er an keiner Buchhandlung vorbei, liebt Jazz, ist begeisterter Schachspieler, wobei er sich auch für alle anderen Spiele erwärmen kann. Seit neuestem hat Tuss ein weiteres Hobby, die Blasmusik. Er trat der Bürgermusik Saalfelden bei (Wir ---> berichteten schon einmal darüber.) und spielt dort die Tuba, ein Rieseninstrument, mit dem Marschieren und gleichzeitiges Musizieren schon ziemliche Kraft erfordert.

Unlängst hatte Tuss sein zweites Konzert, das Osterkonzert, bei dem er inmitten zweier Profis der dritte Tubist war.
---> Fotos vom letzten Osterkonzert

Und morgen, am 1. Mai,  heißt es in Saalfelden den ganzen Tag über an verschiedenen Orten aufzutreten. Anstrengend in jeder Hinsicht!

Dass Tuss jedoch noch viel üben muss, zeigt folgende, immer wiederkehrende Begrüßung:
Bei den Gesamtproben betritt einer der Profis des großen Ensembles den Probensaal immer mit folgenden Worten: "Grüß euch, Musikanten! Grüß dich, Tubaspieler!"
Wenn das eines Tages nicht mehr der Fall sein wird, zeigen wir wieder ein neues Foto unseres Musikanten.

Dienstag, 14. April 2015

Gleiches mit Gleichem vergelten

Quelle: Pixabay (PeterDargatz)
Bei der Fahrt zur Schlussrunde der Landesliga A erzählten "unsere Buben" (werden auch bald 50!) sinngemäß folgende wahre Anekdote:
Unser früherer Sektionsleiter Rudi Berti spielte vor vielen Jahren im Open Bad Wörishofen mit.
In einer der Runden kreuzte er mit einem deutschen Herrn, der für starken Angriff zwei Bauern opferte, die Klingen. Rudi stand auf Verlust und er wagte es dennoch, seinen Spielpartner wegen eines Remis zu fragen. Der antwortete etwas herablassend: "Wenn ich Ihnen zwei Bauern gebe, nehme ich doch kein Remis."
Der Deutsche fand sicher nicht die besten Züge; Rudis Stellung konsolidierte sich mit jedem Zug, bis er schließlich wirklich um zwei Bauern besser stand. Nun fragte sein Gegner wegen einer Punkteteilung. Rudi sah ihn kurz an, dann meinte er von oben herab: "Wenn ich Ihnen zwei Bauern nehme, gebe ich doch kein Remis."
Wie die Partie ausgegangen ist, weiß ich nicht, wahrscheinlich gewann Rudi.

Samstag, 7. Februar 2015

Reaktionen auf Niederlagen

Auf der Website vom ---> Bahn-Schachklub Wuppertal fand ich eine vergnügliche Anekdotenseite, von der der nachstehende Text stammt. Für die Erlaubnis der Wiedergabe bedanke ich mich recht herzlich.

Quelle: pixabay.com (geralt)
Wenn man eine Partie aufgeben muss, hat man viele Möglichkeiten, es zu tun, je nach Geschmack und Temperament. Eine Zusammenstellung gaben die Meister Kmoch und Reinfeld in Engelhardts Schach-Taschenjahrbuch 1958. Der Leser kann sich unter folgenden historischen Beispielen ein Vorbild suchen.

Sir George Thomas: Fast glücklich zu nennendes Lächeln, herzliches Händeschütteln mit dem Gewinner.
Dr. M. Euwe: Gleichbleibende Freundlichkeit.
A. Nimzowitsch: "Ausgerechnet gegen diesen Idioten muss ich verlieren!"
D. Janowski: Bezeichnete den Gegner als grössten Patzer der Schachgeschichte, machte dem Turnierkomitee heftige Vorwürfe, Leute zum Turnier eingeladen zu haben, "deren klägliches Spiel einen wirklichen Meister krank machen muss".

J. R. Capablanca: Nahm den Ausdruck eines Millionärs an, der einem Bettler ein Geldstück reicht.
Grünfeld: Stellte die Uhr ab und verließ den Kampfplatz, ohne den Gegner auch nur eines Blickes zu würdigen.
Dr. A. Aljechin: Stellte bei Wiederaufnahme der abgebrochenen Partie fest, dass der Gegner den Gewinnzug abgegeben hat, ergriff seinen König und warf ihn quer durch den Turniersaal.
Dr. S. Tartakower: Pflegte überhaupt nicht aufzugeben, sondern sich lieber matt setzen zu lassen, denn er war der Urheber des beherzigenswerten Wortes "Durch Aufgeben hat noch niemand eine Partie gewonnen !"


Obigen Text könnte man mit eigenen Erfahrungen ergänzen.
Erwin bekam z. B. nach einem glücklichen Sieg von einem Tiroler "Schachfreund" eine Dame ins Gesicht geworfen, die ihn an der Augenbraue traf.
Im Internet gewann ich vor kurzem eine Blitzpartie gegen einen zu diesem Zeitpunkt geringfügig elostärkeren Spieler. Der fing daraufhin an, sehr beleidigende Kommentare zu schreiben. Normalerweise würde er gegen solche Schwächlinge, wie ich einer bin, von hundert Partien alle gewinnen .....

Weitere Erfahrungen wären als Kommentar sehr willkommen.

Freitag, 31. Oktober 2014

Klausener Reminiszenzen

Jetzt ist in Südtirol die Zeit des Törggelens. Da auch Pinzgauer Schachspieler diesem Brauch frönen und deswegen einige Tage im Süden verbringen, kamen in mir alte Klausener Erinnerungen der letzten Jahrzehnte hoch, die wir jedoch nicht alle ausbreiten wollen. Doch eine Episode sei hier erzählt:
Bei einem Spiel der traditionellen Klausener Schachturniere stand eine dichte Traube Menschen um ein Brett. Mit meiner eigenen Partie fertig und von Neugier gepackt, was dort denn los sei, kam ich wegen der Menschenmasse gar nicht so nahe an den Ort des Geschehens, dass ich etwas vom Spiel sehen konnten. Ja nicht einmal ein Blick auf die beiden Kontrahenten war zu erhaschen.
Plötzlich ein vielstimmiges Raunen - und die Menschentraube begann sich zögernd aufzulösen.
Mein Blick fiel auf den ersten Spieler. Am Tisch saß mein Freund Erwin, etwas abgekämpft, jedoch zufrieden blickend. Unser (damaliger) Sektionsleiter Erwin Müllauer hat also diese derart vielbeachtete Partie gespielt, registrierte ich geistig mit gewissem Stolz!!
Bewundernd sinnierte ich über unsere Uttendorfer Schachkünste, als noch mehr Kiebitze das Feld räumten. Jetzt erst sah ich Erwins Kontrahenten: Es war Miss Young International Brigitta Cimarolli, die Salzburger Schachqueen der Achtzigerjahre, die sich in einem "sehr ansprechenden" Outfit vom Stuhl erhob.
Da wurde mir schlagartig klar, dass das Uttendorfer Schach keine Menschenmassen bewegt.

PS: Die beiden hatten sich mit einem Unentschieden getrennt.

---> weitere Anekdoten im Blog!

Dienstag, 7. Oktober 2014

Sieg durch Klappe

Wenn man auf Schachgegner warten muss, die nicht oder verspätet kommen, wie zuletzt bei der Mannschaftsmeisterschaft passiert, hat man Zeit miteinander zu plaudern. Dabei erzählte unlängst Mike folgende nette Geschichte, die ihm ein ehemals schachlich aktiver Elektrohändler berichtet hatte:

Vor etwa 35 Jahren, als unsere Sektion noch, Turnierschach betreffend, in den Kinderschuhen steckte, war das Spiel mit der Schachuhr einigen Klubmitgliedern noch ungewohnt, so auch dem letzten damals aktiven Senior namens WT.
In einem Klubbewerb spielte der noch jugendliche Elektrohändler gegen den Senior. Ersterer verließ das Brett mehrmals, um im Vorraum eine Zigarette zu rauchen. Ihm fiel auf, dass WT immer erst dann die Uhr drückte, wenn er wieder ans Brett kam, nie vorher.
Gefinkelt ließ es unser Elektrohändler nun auf einen Versuch ankommen: Er blieb eine Ewigkeit im Vorraum stehen, verbrachte dort die Zeit mit Rauchen und Geplauder. Als er dann wieder ans Brett ging, kam es wie erwartet: WT drückte die Uhr, deren Klappe aber schon gefallen war.
Der Elektrohändler reklamierte nun wegen Zeitüberschreitung den Sieg für sich. Unser Senior WT maulte: "Ja, wenn du immer so lange wegbleibst! Ich darf ja die Uhr erst drücken, wenn du da bist...."

Wer unserem Senior diese Regel beigebracht hat, ist unbekannt. Man sieht allerdings: Regelkunde ist wichtig!

Dienstag, 29. April 2014

GM Josef Klinger

Ende der Siebzigerjahre organisierte unser Klub mehrere überregionale Turniere. Erstaunlicherweise kam dazu auch einige Male viel Prominenz aus der Stadt und dem Flachgau.
Quelle: pixabay

Ein- oder zweimal war auch ein Knabe mit seinem Vater zu Gast. Es handelte sich um Klinger Josef jun. und sen., die aus dem Pongau anreisten. Der Bub war noch so klein, dass er meist im Stehen spielte, um die Figuren am Brett erreichen zu können. Für die damalige Zeit, als es Jugendförderung im Schach so wie heute noch kaum gab, war das Mitspielen eines Kindes bei einem Schachturnier eine Besonderheit. Das Talent von "Klein-Sepp" blitzte damals schon gewaltig auf - und in der Folge lieferte er, bald schon IM und dann GM, bei allen Gelegenheiten unzählige Kostproben seines Könnens.

Irgendwann verlegte sich Sepp mehr aufs Pokern. Und auch hier feierte er bald große Erfolge, was sich mit seinen gewonnenen Preisgeldern belegen lässt.

Heinz Bernert machte mich vor kurzem dankenswerterweise auf ein Video aufmerksam (Dauer ca. 48 Minuten), das Sepp im "Grand Final" der letzten Acht des "EPT Monte Carlo Season 6" zeigt. Hier wurde er Zweiter und kassierte eine Million Euro als Preisgeld.

Donnerstag, 10. April 2014

Schach - ist ein schönes Spiel!

Vor Jahrzehnten spielte Uttendorf einmal auswärts gegen Zell am See. Einige Partien waren schon entschieden. Um ein noch laufendes Spiel, in dem der Uttendorfer mit einem Schachgebot gewinnen hätte können, standen deshalb viele Kiebitze. Einer der Uttendorfer, der jetzt in Oberösterreich lebt, kam zum Tisch, vertiefte sich in die Stellung und sagte plötzlich vernehmbar in die Stille hinein: "Schach..."
Alle Köpfe fuhren zu ihm herum und starrten ihn entgeistert oder entsetzt an, als er emotionslos fortsetzte: "... ist ein schönes Spiel."
Danach gab es natürlich einen Riesenwirbel. Ich weiß nicht mehr, wie dieses Spiel gewertet wurde.

Wie endet das Spiel links?
Kann Weiß am Zug mit Schachgeboten der Dame gewinnen?

Dieses Diagramm war "chess-puzzle of the day" von www.chessvideos.tv.

---> zur ganzen Partie Horvath - Jakobsen, Kopenhagen 1988!