Sonntag, 31. Oktober 2010

OIBM Bad Wiessee, Runde 1

Endlich ist es wieder so weit: Start der Hertbstferien in Bayern und damit Start eines der größten offenen Schachturniere. Mit dabei eine Delegation aus Uttendorf, 2 von 460 Teilnehmern tragen nach dem Motto "klein aber fein" die Farben des USC. Und schon bei der Anwesenheitskontrolle merkte man es den Organisatoren an: Die Entscheidung, keinen Mannschaftspreis auszuloben war gold richtig - viele wären mit dieser versteckten Subvention für die Uttendorfer zurecht nicht einverstanden gewesen. Wie überhaupt der Turnierorganisation ein großes Lob auszusprechen ist - die Bedingungen im Spielsaal und rund um das Turnier sind einfach phänomenal. Alle Teilnehmer finden im Hauptturniersaal ausreichend Platz, die Spitzenspieler auf den Brettern 1-10 dürfen jeweils einen eigenen Tisch in einer abgesperrten Zone ihr eigen nennen - dadurch wird die Konzentration nicht durch zu eifrige Kiebitze gestört, die sich sonst schon mal gerne ihren Vorbildern allzusehr nähern. Auf Brett 6 (in Worten sechs und damit jaaaaaaaaa, im abgesperrten Bereich) erhielt Lamberger Werner (mit Weiß) mit GM Drozdovskij Yuri (ELO 2624) einen Gegner mit dem Attribut "herausfordernd" zugelost. Bereits im zehnten Zug sah es kurzfristif nach einem Figuraeverlust für Werner aus, doch aus der Not geboren verschärfte Werner das Spiel in der Folge in einer auch für den jungen Großmeister überraschenden Art. Am Ende der ersten Kombination stand Werner mit Turm und Bauer gegen Läufer und Springer da, allerdings verlor der GM auch seine Rochade und sah damit seinen König für den Rest der Partie im Zentrum gefangen. Werner öffnete Linien, um dem schwarzen König die Fluch aus der Mitte zu verwehren. Ein Qualitätsopfer brachte zusätzliches Tempo ins Spiel und entfernte einen Verteidiger. Just als Werner eine Stellung erreicht hatte, in der das Matt nur durch Zugwiederholung abzuwenden sein sollte, erwise sich der GM als überaus unkooperativ und fand einen anderen Verteidigungsplan, der nicht nur das Matt abwehrte, sondern Werner auch noch mit einer hoffnungslos vereinfachten Endspielstellung zur Aufgabe zwang. Eine Kurzanalyse des GM zeigte, dass Werner wenige Züge vor dem Ende seinen Angrif nochmals verstärken hätte können - eine desillusionierende Analyse mit Fritz wird Werner wohl erst in ein paar Tagen riskieren. Thurner Mike spielte (mit den schwarzen Steinen) gegen Michael Konik (ELO 2087) eine grundsolide Partie. Mike schlug als Eröffnung Benoni vor, doch sein Gegner verweigerte den Vorstoß des d-Bauern und so entstand letztlich eine Igel-Stellung. Vielleicht legte sich Mike im Zentrum mit baldigem e5 etwas zu früh fest, sein Gegner konnte das jedenfalls nicht als Fehler nachweisen und nach einigen Tauschaktionen hatte Mike einen C-Bauern, der bereits mehr als Freibauer denn als Bauernschwäche einzuschätzen war. Diesem Umstand trug Mike's Gegner mit einem Remisangebot Rechnung - ein Lächeln auf den Lippen und im Wissen, eben seinen ELO-Rekord übertroffen zu haben, nahm Mike das Angebot an.  (Autor Werner Lamberger)

1 Kommentar:

Alois Grundner hat gesagt…

Gratuliere, der Anfang war ja schon einmal (fast) positiv!