Mittwoch, 6. Oktober 2010

Die Freiheit, nichts zu essen

DER FOLGENDE TEXT ÜBER UNSER EHEMALIGES KLUBMITGLIED WALTER ROHRMOSER WAR GESTERN IN DEN "SALZBURGER NACHRICHTEN" ZU LESEN. DAS FOTO STAMMT VON SALZBURG.COM:

Lichtnahrung. Ein Film zeigt Walter Rohrmoser als Menschen, der sich von Licht ernährt. Mit den SN hat er über seine Art zu leben gesprochen.


Stephanie pack irnfritz (SN). In die Gegend des Kamptals zieht es die Menschen in der Regel der leiblichen Genüsse wegen. Die Weinberge haben es Walter „Omsa“ Rohrmoser aber keineswegs angetan. Der gebürtige Pinzgauer bezeichnet sich selbst als Pranier. Als solcher nähme er seit Jahren keine feste Nahrung zu sich. Wasser, Tee, Säfte, Gemüsebrühe und manchmal ein Kakao stünden auf seinem Speiseplan. Die Kartoffeln in der Scheune seien für Gäste, sagt er.

Dass sich die Menschen derzeit verstärkt für seiner Ernährungsweise interessieren, hat Rohrmoser dem aktuellen Film von P. A. Straubinger zu verdanken, in dem er mitwirkte. „Am Anfang war das Licht“ porträtiert Menschen rund um den Globus, die sich von Prana, also Lebensenergie, ernähren.

Für Rohrmoser führte der Weg zu dieser Ernährung über einen 21-tägigen Prozess, den die Australierin Jasmueehn in einem Buch vorstellt. „Die ersten sieben Tage isst und trinkt man nichts, danach nimmt man wieder Wasser zu sich“, erklärt Rohrmoser, der heute Menschen in diesem Prozess begleitet. Im Grunde sei aber vor allem „viel geistige Arbeit“ nötig. Stress, schlechte Atmosphäre und seelische Belastung stünden dem im Weg. Daher könne auch nicht jeder von Prana leben. „Wenn alle Österreicher das machen würden, würden 95 Prozent davon sterben. Ich behaupte, in Wien ist der Pranaprozess gar nicht durchführbar“, sagt Rohrmoser mit Hinweis auf die schlechte Atmosphäre in der Hauptstadt.

Nach Niederösterreich hat es den Pinzgauer aber nicht wegen der Atmosphäre, sondern der Offenheit der Menschen verschlagen. In Irnfritz kaufte er ein altes Haus, in dem ironischerweise früher ein Gasthaus samt Fleischerei war. „Da war schon sehr viel schlechte Energie“, sagt Rohrmoser, der das Haus jetzt auf Vordermann bringen will. Das Geld dafür kommt aus freiwilligen Beiträgen für seine Meditationskreise, Begleitungen im Prana-Prozess und Energiearbeit. Bis zum Sommer will er das Haus in Schuss bringen, um hier Seminare veranstalten zu können.

Zum Abschied fragt uns Walter Rohrmoser, ob wir ihm seine Geschichte glauben. Obwohl ihm die Antwort darauf gar nicht wichtig sei, meint er. Genauso wie er die Frage unwichtig findet, ob er denn wirklich nichts isst: „Ich muss nicht ständig nichts essen, aber ich habe die Freiheit, es zu tun.“

Kommentar veröffentlichen