Sonntag, 10. Oktober 2010

Schach in der Türkei

DIE FOLGENDEN INTERESSANTEN ZEILEN STAMMEN VON KARL-HEINZ SCHEIN UND
WURDEN AUF DER --->ÖSB-WEBSITE VERÖFFENTLICHT:

Im Pressezentrum gab Ali Nihat Yazici, der rührige türkische Kandidat für die ECU-Wahl ein interessantes Interview. Einige bemerkenswerte Passagen daraus möchte ich euch nicht vorenthalten:

Reporter: „Jedem ist bekannt, dass sich Schach in der Türkei in rasantem Tempo entwickelt. Können Sie uns einige Zahlen nennen?

Ali Nihat Yazici: Natürlich. In den letzten 5 Jahren haben 2,25 Millionen Kinder in den Grundschulen Schach gelernt. Wir haben ungefähr 200.000 Mitglieder im türkischen Schachverband und 50.000 Trainer. Das Budget des türkischen Schachverbandes betrug 2009 6,5 Millionen Euro, Sponsoren brachten letztes Jahr mehr als eine Million Euro. Diese Zahlen wollen wir in den nächsten 2-3 Jahren verdoppeln.

Reporter: Hat das auch einen Einfluss auf die Nationalmannschaft?

Ali Nihat Yazici: Ja. Wie Sie sehen, habe ich zur Pressekonferenz zwei junge Mitglieder der Herrenmannschaft mitgebracht. Die beiden wissen wahrscheinlich gar nicht, wie stolz ich auf sie bin! Bislang setzten wir uns keine superambitionierter Ziele, wir wollen lediglich in die Top 20 vorstoßen. Aber schauen wir noch zwei Jahre in die Zukunft, dann wird unser Team mit den führenden Schachnationen mitspielen. Noch vor wenigen Jahren hatten wir einen einzigen internationalen Meister, er ist mittlerweile 85 Jahre alt… Heute haben wir viele junge Großmeister und jährlich werden es mehr.

Reporter: Warum spielt Mikhail Gurevich, der seit einigen Jahren für die Türkei antritt, nicht bei der Olympiade mit?

Ali Nihat Yazici: Der Grund ist, dass alle Mitglieder der Mannschaft unter 30 Jahre alt sein sollen. Dass ist eine Sache des Prinzips. Wir wollen dieses Alter in den nächsten Jahren noch herabsetzen.

Reporter: Das heißt, ein Topalov oder ein Kramnik hätten keinen Platz in ihrer Mannschaft?

Ali Nihat Yazici: Richtig. Solange ich Präsident des türkischen Schachverbandes bin, wird es keinen Spieler über 30 in der Mannschaft geben. Und ich kann Ihnen versichern, dass wir sehr bald unsere eigenen jungen Topalovs und Kramniks haben werden.

Mit diesen visionären Vorstellungen als Denkanstoß verbleibt
Karl-Heinz Schein
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