Dienstag, 2. November 2010

OIBM Bad Wiessee, Runde 3

Der gestrige Tag begann mit einer handfesten Überraschung - Theußl Manfred kam für ein paar launige Stunden zu Besuch nach Bad Wiesee. Zu dritt besuchten wir daher am Vormittag eine Lehrstunde von Artur Jussupov. Nun wissen wir drei aus erster Hand: Artur schreibt nicht nur Bücher, er verkauft und signiert sie auch. Auf Brett 74 sollte sich nun zeigen, ob dieses neu erworbene Schachwissen ausreicht, um einen Gegner wie FM Franz Stimpel (ELO 2225) zu besiegen. Werner Lamberger kam mit den weissen Steinen in eine seiner Lieblingsvarianten im Königsinder. Nach Vertreibung und Abtausch von Werner's schwarzfeldrigen Läufer entstand am Königsflügel eine blockierte Stellung, Gegenspiel würde es hier und heute keines mehr geben. Alle Aufmerksamkeit richtete sich also auf den Damenflügel, im Königsinder traditionell in der Hand der Weissen. Werner opferte zwei Bauern für Initiative, gutes Figurenspiel und einen Freibauern auf der d Linie. Der kostete Stimpel schließlich eine Figur. Das entstandene Endspiel L+S+3B gegen L+5B gestaltete sich allerdings als ungemein schwierig zu gewinnen Werner. Nach wilden Verwicklungen kam es schließlich zu einem Generalabtausch, an dessen Ende für Werner ein Springer über blieb und für Stimpel ein Bauer, der niemals die Freude einer Metamorphose zur Dame würde erleben dürfen - die Spieler einigten sich tief durchatmend auf Remis. Ein Kiebitz zeigte uns postwendend, dass Stimpel die falsche Abwicklung gewählt hatte und Werner in wenigen Zügen matt gewesen wäre - hoch lebe der Konjuktiv! Auf Brett 154 kam es zum Aufeinandertreffen von Thurner Mike (Schwarz) gegen Strozewski Frank (ELO 2046). Auch der dritte Zweitausender in Folge musste erkennen, dass eine Partie gegen Mike ein hartes Stück Arbeit ist. Mike gab das Läuferpaar für einen gedeckten Springer auf d4 auf - ein beeindruckendes Tier möchte man meinen, doch der Gaul blieb in der Folge etwas zahnlos. Vor allem aber der verbliebene schwarzfeldrige Läufer fand keine aktive Position und verbrachte den Tag mit der Beschattung eines Bauern - in Zeiten wie diesen muss man den Kollegen also klar als Underperformer bezeichnen. Und das zog Schritt für Schritt auch den Rest der Truppe in den Sumpf, so dass am Ende Mike erstmals in diesem Turnier seinem Gegner zum Sieg gratulieren musste. Auch wenn das Ergebnis von 0,5-1,5 nicht grade das Wunschresultat verkörperte, ein Pizzaessen mit Manfredo, der die vergangenen Stunden mit uns mitgefiebert hatte, lies den Tag erquicklich ausklingen. (Autor Werner Lamberger)
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